Pflanzgruppen für große Staudenbeete

Konzept: Große Beetflächen (100+ m²) zwischen Haus und Gartenzaun werden in “Wolken” von jeweils 4-6 m² aufgeteilt. Jede Wolke besteht aus einer Pflanzgruppe — einer Kombination aus Gras (als Matrix oder Strukturelement) und 1-2 Stauden. Die Wolken wechseln sich ab, sodass beim Durchlaufen ein abwechslungsreiches, naturnahes Bild entsteht.

Prinzipien

Matrix-Pflanzung (Matrixpflanzung)

Bei der Matrixpflanzung bildet ein Gras eine durchgehende Grundschicht (die “Matrix”), in die Stauden eingestreut werden. Das Gras wirkt als lebende Mulch- schicht, unterdrückt Unkraut und gibt dem Beet Struktur — auch im Winter.

Geeignete Matrixgräser aus dem Bestand:

Strukturgräser (als Akzente in Wolken):

Empfohlenes Mischverhältnis

  • 60-70% Gras (Matrix) + 30-40% Stauden (Feature-Pflanzen)
  • Pro Wolke: 9-12 Pflanzen pro m² (als Plugs/kleine Töpfe)
  • Bei 5 m² Wolke: ca. 30-35 Gräser + 15-20 Stauden

Wolken-Pflanzung

Die einzelnen Pflanzgruppen werden als große, organische Formen (“Wolken”) ins Beet gesetzt. An den Übergängen zwischen zwei Wolken werden die Pflanzen über 1-2 m Breite gemischt, sodass die Bereiche ineinander übergehen.


Pflanzgruppe 1: “Sommerwiese”

Charakter: Luftig, prärieähnlich, leicht und natürlich

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
MatrixStipa tenuissima40 cmgrün-goldJul-Aug
FeatureAgastache foeniculum70 cmblauJul-Aug
FeatureAnthericum ramosum70 cmweißJun-Aug

Warum es funktioniert: Die duftigen Stipa-Halme wiegen sich im Wind und bilden einen goldenen Schleier, aus dem die aufrechten blauen Agastache-Kerzen und die zarten weißen Sternblüten der Graslilie herausragen. Blau und Weiß über goldenem Gras — eine leichte, natürliche Wiesenatmosphäre. Anthericum ramosum ist eine heimische Wildstaude, die perfekt zu trockenen, sonnigen Standorten passt.

Pflanzschema (5 m²): 30x Stipa + 10x Agastache + 10x Anthericum, durcheinander gemischt.


Pflanzgruppe 2: “Herbstfeuer”

Charakter: Warm, dramatisch, hohe Herbstblüte

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
MatrixPennisetum alopecuroides80 cmbraun-lilaAug-Dez
FeatureHelenium autumnale150 cmrot-gelbAug-Okt
FeatureAster novae-angliae150 cmrosa-pinkSep-Okt

Warum es funktioniert: Der Herbst explodiert in Farbe: Die rot-gelben Sonnenbraut-Blüten und die rosa Astern leuchten über dem kupferfarbenen Pennisetum. Alle drei blühen im Spätsommer und Herbst und sorgen für ein Feuerwerk an Farbe, wenn der Rest des Gartens schon nachlässt.

Pflanzschema (5 m²): 25x Pennisetum + 8x Helenium + 8x Aster, Gräser gleichmäßig, Stauden in kleinen Tuffs von 3-4.


Pflanzgruppe 3: “Mondschein”

Charakter: Elegant, leuchtend, weiß-silbrig, abends besonders schön

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
MatrixCalamagrostis brachytricha80 cmsilber-rosaSep-Dez
FeatureGaura lindheimeri120 cmweiß-rosaMai-Okt
FeatureAgastache rugosa ‘Alba’70 cmweißJul-Aug

Warum es funktioniert: Ein komplett weißes Thema mit silbrigen Grasrispen. Die Gaura tanzt wie Schmetterlinge über dem Calamagrostis, während die weiße Agastache aromatisch duftet. Besonders abends und bei Mondlicht ein Hingucker. Calamagrostis ist eines der wenigen Gräser, das auch im Halbschatten gedeiht.

Pflanzschema (5 m²): 25x Calamagrostis + 10x Gaura + 10x Agastache, durcheinander gemischt.


Pflanzgruppe 4: “Prärietraum”

Charakter: Strukturstark, architektonisch, rotes Laub als Kontrast

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
StrukturMiscanthus oligostachyus120 cmsilbrigJul-Sep
FeaturePenstemon digitalis ‘Husker Red’100 cmweiß (rotes Laub)Jul-Aug
FeatureVeronica longifolia80 cmblauJul-Sep

Warum es funktioniert: Die drei Pflanzen bilden eine klare Höhenstaffelung. Das dunkelrote Laub des Penstemon setzt einen dramatischen Kontrast zu den blauen Veronica-Ähren und den silbrigen Miscanthus-Halmen. Weiß + Blau + Rot (Laub) ist eine klassische, ruhige Farbkombination.

Pflanzschema (5 m²): 5x Miscanthus (als Horste verteilt) + 12x Penstemon

  • 12x Veronica, Stauden in Blöcken zwischen den Gräserhorsten.

Pflanzgruppe 5: “Blaue Stunde”

Charakter: Kühl, beruhigend, monochromatisch blau

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
MatrixStipa tenuissima40 cmgrün-goldJul-Aug
FeatureVeronica longifolia80 cmblauJul-Sep
FeatureHyssopus officinalis70 cmblauJun-Aug

Warum es funktioniert: Blau in verschiedenen Schattierungen — von den tiefen Veronica-Ähren über die lavendelblauen Ysop-Blüten bis zum goldgrünen Stipa-Schleier. Eine meditative, beruhigende Kombination. Ysop ist außerdem bienenfreundlich und duftet aromatisch.

Pflanzschema (5 m²): 30x Stipa + 10x Veronica + 10x Hyssopus, gleichmäßig durchmischt.


Pflanzgruppe 6: “Sternenreigen”

Charakter: Zart, sternförmige Blüten, romantisch

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
MatrixPennisetum alopecuroides80 cmbraun-lilaAug-Dez
FeatureAster ericoides100 cmweißAug-Okt
FeatureAstrantia major85 cmweiß-rosaMai-Aug

Warum es funktioniert: Die winzigen Sternblüten der Myrten-Aster bilden eine weiße Wolke über dem Gras, während die markanten Sterndolden der Astrantia einen anderen Sterncharakter einbringen. Beide haben eine leichte, luftige Anmutung. Astrantia blüht früher (Mai-Aug), die Aster übernimmt dann nahtlos (Aug-Okt) — Blüte von Mai bis Oktober.

Pflanzschema (5 m²): 25x Pennisetum + 10x Aster + 8x Astrantia, durcheinander gemischt.


Pflanzgruppe 7: “Herbstzauber”

Charakter: Spätblühend, reich an Farbe, elegant

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
MatrixCalamagrostis brachytricha80 cmsilber-rosaSep-Dez
FeatureAnemone japonica100 cmrosa-weißAug-Okt
FeatureAster novi-belgii150 cmblau-violettAug-Sep

Warum es funktioniert: Eine Herbstkombination der Extraklasse. Die zarten Anemonenblüten schweben über dem silbrig-rosa Calamagrostis, während die kräftig violetten Astern Höhe und Farbe bringen. Rosa + Violett + Silber ist eine klassische Herbstharmonie. Anemone japonica verträgt auch Halbschatten.

Pflanzschema (5 m²): 25x Calamagrostis + 10x Anemone + 6x Aster, Anemonene in Tuffs, Astern als Akzente.


Pflanzgruppe 8: “Sonnentanz”

Charakter: Dramatisch, imposant, dreistufige Höhenstaffelung

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
StrukturMiscanthus sinensis250 cmsilber-rosaSep-Okt
FeatureHelenium autumnale150 cmrot-gelbAug-Okt
FeatureHyssopus officinalis70 cmblauJun-Aug

Warum es funktioniert: Drei klare Höhenstufen — vom niedrigen Ysop (70 cm) über die mittlere Sonnenbraut (150 cm) bis zum imposanten Chinaschilf-Vorhang (250 cm). Hyssopus blüht im Frühsommer blau und aromatisch, dann übernimmt Helenium mit rot-gelber Herbstpracht. Das Miscanthus sinensis bildet den monumentalen Hintergrund und liefert Winterstruktur bis zum Frühjahr. Ideal für den hinteren Beetbereich oder als Raumteiler.

Pflanzschema (5 m²): 3x Miscanthus (als Solitärhorste im Hintergrund)

  • 10x Helenium + 12x Hyssopus, Stauden davor gestaffelt.

Pflanzgruppen für Halbschatten (unter Sträuchern)

Die Pflanzgruppen 1-8 sind für sonnige, offene Beetflächen konzipiert. Doch viele Gärten haben auch halbschattige Bereiche unter Sträuchern und Bäumen, die ebenfalls attraktiv bepflanzt werden können.

Zwei Ansätze für den Schatten

A) Stauden-Matrix: Unter Sträuchern funktioniert die klassische Grasmatrix nicht, da die meisten Gräser volle Sonne brauchen. Stattdessen übernehmen hier ausläuferbildende Stauden die Rolle der Matrix — vor allem Aster macrophyllus, der über Rhizome dichte Teppiche bildet und als “lebende Mulchschicht” funktioniert.

B) Grasmatrix mit Calamagrostis: Eine Ausnahme gibt es: Calamagrostis brachytricha gedeiht auch im Halbschatten und ermöglicht dort echte Matrixpflanzung mit Gras — die einzige Grasmatrix-Option unter Gehölzen aus dem Bestand.

Empfohlenes Mischverhältnis (Halbschatten)

  • Stauden-Matrix: 50-60% Aster macrophyllus + 40-50% Feature-Stauden
  • Gras-Matrix: 60-70% Calamagrostis + 30-40% Feature-Stauden
  • Pro m²: 7-9 Pflanzen (etwas weniger dicht als im Sonnenbeet)

Pflanzgruppe 9: “Waldlichtung”

Charakter: Blau-violette Waldrandstimmung, durchgehend blühend Mai-Sep

Standort: Halbschatten bis lichten Schatten unter Sträuchern

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
SchattenmatrixAster macrophyllus80 cmviolett-weißAug-Sep
FeatureDracocephalum ruyschiana40 cmblau-violettJun-Aug
FeaturePenstemon serrulatus50 cmblau-violettMai-Jul

Warum es funktioniert: Aster macrophyllus ist eine nordamerikanische Waldpflanze, die über Rhizome dichte Teppiche bildet — die perfekte “Schattenmatrix”. Ihre großen Blätter unterdrücken Unkraut ähnlich wie Gräser im Sonnenbeet. Darunter blühen ab Mai der Penstemon und ab Juni der Drachenkopf in verschiedenen Blau-Violett-Tönen. Wenn deren Blüte im August nachlässt, übernimmt die Aster selbst und blüht bis September. So ergibt sich eine durchgehende Blütefolge von Mai bis September in einem harmonischen Blau-Violett-Spektrum.

Pflanzschema (5 m²): 20x Aster macrophyllus + 10x Dracocephalum + 10x Penstemon, Aster als durchgehende Grundfläche, Feature-Stauden eingestreut.


Pflanzgruppe 10: “Diamantschleier”

Charakter: Weiß-silbrig, elegant, echte Grasmatrix im Halbschatten

Standort: Halbschatten, frischer Boden

RollePflanzeHöheFarbeBlütezeit
MatrixCalamagrostis brachytricha80 cmsilber-rosaSep-Dez
FeatureAstrantia major85 cmweiß-rosaMai-Aug
FeatureFrancoa sonchifolia60 cmweißJul-Sep

Warum es funktioniert: Calamagrostis brachytricha ist das einzige Matrixgras aus dem Bestand, das im Halbschatten funktioniert — damit ist hier echte Matrixpflanzung möglich. Die Sterndolden der Astrantia blühen ab Mai und bringen feine weiß-rosa Akzente. Ab Juli gesellt sich die chilenische Brautblume (Francoa) mit aufrechten weißen Blütenähren dazu. Im September, wenn die Diamant-Grasrispen des Calamagrostis erscheinen, entsteht ein silbrig-weißer Schleier über dem ganzen Beet. Astrantia und Calamagrostis werden auch in den Sonnengruppen 3, 6 und 7 verwendet — bei Bedarf den Bestand entsprechend aufteilen.

Pflanzschema (5 m²): 25x Calamagrostis + 8x Astrantia + 8x Francoa, Gras als durchgehende Matrix.


Beispielhafte Beetplanung (ca. 100 m²)

So könnte ein langes Beet zwischen Haus und Zaun aussehen, bestehend aus abwechselnden Wolken:

Beetplanung mit PflanzgruppenHAUSZAUNUNTER STRÄUCHERN (Halbschatten)SommerwieseGruppe 1HerbstfeuerGruppe 2MondscheinGruppe 3Blaue StundeGruppe 4HerbstzauberGruppe 5SternenreigenGruppe 6PrärietraumGruppe 7SonnentanzGruppe 8SommerwieseGruppe 1MondscheinGruppe 3WaldlichtungGruppe 9DiamantschleierGruppe 10

Hover/Tap auf eine Wolke, um die Pflanzen zu sehen. Einige Gruppen werden wiederholt, um Rhythmus zu erzeugen. Unten: Schattenstauden unter Sträuchern.

Einige Gruppen werden wiederholt, um Rhythmus und Zusammenhalt zu erzeugen. Die hohen Gruppen (Herbstfeuer, Herbstzauber, Sonnentanz) kommen eher in die Mitte oder nach hinten, die niedrigen (Sommerwiese, Blaue Stunde) nach vorne.


Blütezeit-Übersicht

PflanzgruppeMaiJunJulAugSepOktNov
1 Sommerwiese✿✿✿✿✿✿
2 Herbstfeuer✿✿✿✿✿✿
3 Mondschein✿✿✿✿
4 Prärietraum✿✿✿✿
5 Blaue Stunde✿✿✿✿
6 Sternenreigen✿✿✿✿
7 Herbstzauber✿✿✿✿
8 Sonnentanz✿✿✿✿✿✿
Halbschatten
9 Waldlichtung✿✿✿✿✿✿
10 Diamantschleier✿✿✿✿✿✿

✿ = Blüte, ✿✿ = Hauptblüte

Das Sonnenbeet hat von Juni bis Oktober durchgehend blühende Bereiche. Die Gräser sorgen zusätzlich von November bis Februar für Winterstruktur. Die Halbschatten-Gruppen ergänzen den Blütenreigen besonders ab Mai (Gruppe 9 und 10) und im Spätsommer (Gruppe 9: Aster macrophyllus, Gruppe 10: Calamagrostis-Rispen).


Pflanzbedarf-Schätzung (100 m²)

Bei ca. 10 Wolken à 5-6 m² und 10 Pflanzen pro m²:

PflanzeGeschätzte Stückzahl
Stipa tenuissima60-80
Pennisetum alopecuroides50-60
Calamagrostis brachytricha50-60
Miscanthus oligostachyus10-15
Miscanthus sinensis3-6
Agastache foeniculum15-20
Agastache rugosa ‘Alba’15-20
Anthericum ramosum10-15
Helenium autumnale15-25
Aster novae-angliae10-15
Aster novi-belgii8-12
Aster ericoides10-15
Gaura lindheimeri15-20
Veronica longifolia15-25
Hyssopus officinalis15-25
Penstemon digitalis ‘Husker Red’15-20
Astrantia major10-15
Anemone japonica10-15
Gesamt Sonnenbeetca. 330-460

Pflanzbedarf Halbschatten (unter Sträuchern)

Je nach verfügbarer Fläche unter Gehölzen (geschätzt ca. 10-20 m²):

PflanzeGeschätzte Stückzahl
Aster macrophyllus20-30
Dracocephalum ruyschiana10-15
Penstemon serrulatus10-15
Calamagrostis brachytricha25-35
Astrantia major8-12
Francoa sonchifolia8-12
Gesamt Halbschattenca. 80-120

Hinweise zum Matrixpflanzung-Konzept

Die echte Matrixpflanzung (nach Nigel Dunnett, Piet Oudolf, Thomas Rainer) funktioniert am besten mit niedrigen Gräsern als “lebender Mulch”. Von den vorhandenen Gräsern eignen sich dafür am besten:

  1. Stipa tenuissima — der Klassiker für trockene, sonnige Matrix- Pflanzungen. Bildet eine dichte, wellige Textur auf 40 cm.
  2. Pennisetum alopecuroides — für herbstbetonte Pflanzungen. Dichter Wuchs, gute Bodenbedeckung.
  3. Calamagrostis brachytricha — besonders wertvoll, weil auch halbschattenverträglich.

Die größeren Miscanthus-Arten sind keine Matrixgräser, sondern Strukturpflanzen. Sie werden als einzelne Horste oder kleine Gruppen in die Wolke gesetzt, nicht als flächige Matrix.

Ein Gras oder mehrere? Gräser in Zonen variieren

Für eine 100-m²-Fläche empfiehlt es sich, nicht ein Gras durchgehend zu verwenden, sondern die Matrix in Zonen von ca. 20-30 m² aufzuteilen. Das bringt mehrere Vorteile:

  • Standortanpassung: Verschiedene Gräser passen zu verschiedenen Mikrobedingungen (Stipa für die trockenste Ecke, Calamagrostis für den Übergang zum Schatten, Pennisetum dazwischen)
  • Visuelle Vielfalt: Unterschiedliche Texturen und Blütezeiten der Gräser schaffen Abwechslung auch in der Grundschicht
  • Natürlichkeit: In der Natur wechseln dominante Grasarten je nach Standort
  • Saisonale Staffelung: Stipa blüht im Sommer, Pennisetum und Calamagrostis im Herbst

Empfohlene Zonierung (Beispiel 100 m²):

ZoneGrasFlächeCharakterGruppen
Trocken/sonnigStipa tenuissimaca. 30 m²Leicht, wellig, mediterran1, 5
Normal/sonnigPennisetum alopecuroidesca. 30 m²Warm, herbstlich2, 6
Frisch/halbschattigCalamagrostis brachytrichaca. 25 m²Silbrig, elegant3, 7
AkzenteMiscanthus (oligo + sinensis)ca. 15 m²Architektonisch, hoch4, 8

Innerhalb einer Graszone können die Feature-Stauden wechseln (z.B. in der Stipa-Zone eine Wolke mit Gruppe 1 und eine mit Gruppe 5). Die Übergänge zwischen den Graszonen werden über 1-2 m gemischt, sodass kein harter Schnitt entsteht.

Pflanzabstand in der Matrix

  • Stipa tenuissima: 25-30 cm Abstand (ca. 11-16 pro m²)
  • Pennisetum alopecuroides: 40-50 cm Abstand (ca. 4-6 pro m²)
  • Calamagrostis brachytricha: 40-50 cm Abstand (ca. 4-6 pro m²)
  • Stauden (Features): zwischen die Gräser einstreuen, je nach Art 30-50 cm Abstand

Empfohlene Gräser zum Nachkaufen

Die vorhandenen Gräser (Stipa, Pennisetum, Calamagrostis, Miscanthus) sind ein guter Anfang, aber für eine abwechslungsreiche Matrixpflanzung lohnt es sich, das Sortiment zu erweitern. Diese Gräser haben sich in naturalistischen Pflanzungen bewährt:

Für frische bis feuchte Standorte (Lössboden)

GrasHöheWarum geeignet
Deschampsia cespitosa (Rasen-Schmiele)60-80 cmLuftige, transparente Rispen. Auch für Halbschatten und feuchte Standorte. Von Oudolf viel verwendet.
Molinia caerulea (Kleines Pfeifengras)40-60 cmFiligrane Halme, leuchtende Herbstfärbung. Sorten: ‘Edith Dudzus’, ‘Moorhexe’.
Molinia arundinacea ‘Transparent’ (Hohes Pfeifengras)150-200 cmHohe, transparente Rispen. Ideale Strukturpflanze, die den Blick durchlässt. Petra Pelz’ Favorit.
Carex morrowii (Japan-Segge)30-40 cmImmergrüne Matrix für schattige Bereiche. Einzige echte Schattenmatrix-Option.

Bezugsquellen-Tipp

Für günstige Großmengen Gräser als Plugs (kleine Töpfe) bestellen — das spart bei Matrixpflanzungen erheblich. Spezialgärtnereien wie Gräfin von Zeppelin, Staudengärtnerei Gaißmayer oder die Staudengärtnerei Stade bieten Stauden und Gräser in guter Qualität.


Tipps für Erweiterungen

Frühblüher-Schicht einarbeiten

In die Matrix lassen sich Geophyten (Zwiebelpflanzen) einstreuen, die im Frühling blühen, bevor die Gräser austreiben:

  • Crocus tommasinianus — verwildert zuverlässig in der Grasmatrix
  • Narcissus poeticus — natürlich wirkend, passt zur Prärieästhetik
  • Camassia leichtlinii — blüht Mai/Juni, exzellent zwischen Gräsern
  • Allium sphaerocephalon — blüht im Sommer zwischen den Gräserhalmen

Winterstruktur verbessern

Für visuelles Interesse von November bis März:

  • Gräser nicht im Herbst zurückschneiden, sondern erst im März
  • Helenium- und Aster-Samenstände stehen lassen (Vögel und Insekten)
  • Miscanthus-Fahnen wirken besonders schön mit Raureif
  • Ergänzend immergrüne Stauden einstreuen: Bergenia, Helleborus

Pflanzung im Laufe der Jahre optimieren

  • Jahr 1: Lücken sind normal, mit einjährigen Blumen (Cosmos, Ammi majus) füllen
  • Jahr 2-3: Matrix schließt sich, Unkrautdruck nimmt ab
  • Ab Jahr 4: Zu dominante Pflanzen auslichten, schwächere nachpflanzen
  • Selbstaussaat nutzen: Gaura, Agastache und Anthericum säen sich gerne selbst aus — das verstärkt den natürlichen Charakter

Farbthemen weiterentwickeln

  • Hot Border: Gruppe 2 (Herbstfeuer) + 8 (Sonnentanz) nebeneinander für ein imposantes, warmes Herbstband
  • Cool Border: Gruppe 3 (Mondschein) + 5 (Blaue Stunde) für beruhigende Wirkung
  • Dramatischer Kontrast: Gruppe 4 (Prärietraum) neben Gruppe 1 (Sommerwiese) — dunkelrotes Laub trifft auf goldene Stipa

Bestandsübersicht

Alle 10 Pflanzgruppen nutzen ausschließlich die vorhandenen Stauden aus der Aussaat 2025.

Pflanzen in mehreren Gruppen

Einige Pflanzen tauchen in Sonnen- und Schattengruppen auf. Den Bestand entsprechend aufteilen:

PflanzeVerwendet in Gruppen
Calamagrostis brachytricha3, 7 (Sonne) + 10 (Halbschatten)
Astrantia major6 (Sonne) + 10 (Halbschatten)
Helenium autumnale2 + 8
Hyssopus officinalis5 + 8

Hinweise zu knappem Bestand

  • Gaura lindheimeri (Gruppe 3): nur wenige vorhanden — bei Bedarf Gruppe 3 kleiner planen oder Gaura durch mehr Agastache rugosa ‘Alba’ ersetzen
  • Veronica longifolia (Gruppen 4, 5): nur wenige vorhanden — Gruppen 4 und 5 nicht zu groß anlegen oder Veronica durch Teilung vermehren

Noch nicht zugeordnet

PflanzeHöheBlütezeitVerwendung
Dipsacus sylvestris200 cmJul-AugZweijährig, als architektonischer Solitärakzent an Beeträndern oder zwischen Gruppen. Sät sich selbst aus. Wintersteher für Vögel.

Quellen und weiterführende Literatur

Bücher

  • Nigel Dunnett: Naturalistic Planting Design: The Essential Guide (Filbert Press, 2019) — Das Standardwerk zur Matrixpflanzung. Dunnett beschreibt das Prinzip der 60-70% Strukturpflanzen (Matrix) und 30-40% saisonaler Füllpflanzen. Amazon
  • Thomas Rainer & Claudia West: Planting in a Post-Wild World (Timber Press, 2015) — Designed plant communities mit Matrixschicht (50% Bodendecker), Themenpflanzen (25-40%) und Strukturpflanzen (10-15%). thomasrainer.com
  • Piet Oudolf & Noel Kingsbury: Planting: A New Perspective (Timber Press, 2013) — Die 70/30-Regel: 70% Strukturpflanzen, 30% Füllpflanzen. Grundlage vieler moderner Staudenpflanzungen.

Fachartikel und Blogposts

Referenzgärten

  • Barbican Beech Gardens, London — Nigel Dunnetts Matrixpflanzung mit Sesleria nitida als durchgehender Grundschicht. Gardens Illustrated
  • Lurie Garden, Chicago — Piet Oudolfs Pflanzung mit Sporobolus heterolepis und Deschampsia als Matrix.
  • High Line, New York — Oudolfs berühmtestes Projekt mit naturalistischer Gräsermatrix.